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Meshday am 13. jeden Monats: Gemeinsamer Netzausbau

Digitale Mesh-Netzwerke ermöglichen es, kurze Nachrichten über Funk von Gerät zu Gerät weiterzureichen. Jeder aktive Knoten kann dabei helfen, die Reichweite des Gesamtnetzes zu vergrößern. So können Nachrichten auch dann über größere Entfernungen übertragen werden, wenn die Gegenstation nicht direkt erreichbar ist.

Eine Internetanbindung muss dabei nicht direkt am eigenen Standort vorhanden sein. Je nach Ausbau, Topografie und Zahl der aktiven Knoten können vermaschte Funknetze zusätzliche Kommunikationswege schaffen – ein Gedanke, der auch für Not- und Krisenszenarien interessant ist.

Der Einstieg ist vergleichsweise einfach: Kleine Platinen mit Mikrocontroller und LoRa-HF-Modul sind bereits für etwa 25 Euro erhältlich. Mit passender Firmware lassen sie sich für verschiedene Mesh-Anwendungen nutzen.

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Dabei ist wichtig, dass Board, Firmware und Frequenzbereich zusammenpassen. In Europa wird im lizenzfreien LoRa-Umfeld häufig EU868 genutzt, während MeshCom im Amateurfunkumfeld meist im 70-cm-Bereich um 433 MHz angesiedelt ist.

Die jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen und Einstellungen des gewählten Systems sind dabei zu beachten.

Sinnvoll ist es, die eigenen Knoten möglichst dauerhaft zu betreiben. Eine zwischengeschaltete Powerbank kann helfen, den Betrieb auch bei kurzzeitigem Stromausfall oder netzunabhängig aufrechtzuerhalten.

MeshCom, Meshtastic und MeshCore

In der Praxis gibt es verschiedene Systeme, die auf ähnlicher Hardware aufbauen. MeshCom ist besonders nah am Amateurfunkumfeld angesiedelt und daher für lizenzierte Funkamateure naheliegend. Daneben gibt es mit Meshtastic und MeshCore weitere freie Systeme, die ebenfalls LoRa-basierte Mesh-Kommunikation ermöglichen und je nach Einsatzbereich eigene Stärken haben.

Die Systeme ähneln sich in der Grundidee, unterscheiden sich aber in Ausrichtung, Bedienung, Vernetzung, Karten- und Gateway-Anbindung sowie in den jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen.

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Wer neu einsteigen möchte, kann zunächst prüfen, welches System in der eigenen Region bereits genutzt wird. In einer Gruppe ist es sinnvoll, sich zunächst auf ein gemeinsames System zu verständigen und damit Erfahrungen zu sammeln.

Oder man schaut auf den Karten, wo man vielleicht mit dem eigenen Standort noch eine Lücke füllen kann:

Meshcom Map
Meshtastic Map
Meshcore Map

Auch wenn die Entwicklung mehrerer Netzwerke gleichzeitig die Aktivitäten nicht gerade bündelt, wollen wir kein System hervorheben. Wichtig ist vor allem, überhaupt anzufangen, Erfahrungen zu sammeln und weitere Interessierte für diese Form der digitalen Funkvernetzung zu begeistern.

Warum ein Meshday?

Viele Funkamateure und technisch Interessierte testen bereits Hardware, Standorte, Reichweiten und Softwarevarianten. Ziel ist es, möglichst viele Knoten dauerhaft verfügbar zu machen. Der Meshday soll zusätzlich helfen, diese Aktivitäten regelmäßig zu bündeln und die Aktivität im Netz sichtbarer zu machen. Denn nicht immer finden gesendete Nachrichten auch sofort eine Gegenstation für ein kurzes Text-QSO.

M Day Meshday immer am 13. des Monats

Die Idee lehnt sich an den aus dem CB-Funk bekannten T-Day an: einen wiederkehrenden Aktionstag, an dem möglichst viele Stationen bewusst aktiv werden, um Verbindungen und Reichweiten sichtbar zu machen. Für den Meshday wird dieser Gedanke auf digitale vermaschte Funknetze übertragen.

Vorschlag: Der 13. als Meshday

Mit dem Meshday möchten wir einen Impuls für den gemeinsamen Netzausbau geben. Unser Vorschlag ist, den 13. eines jeden Monats als regelmäßigen Meshday zu nutzen. Kleine Eselsbrücke: Das "M" ist der 13. Buchstabe des Alphabets.

Dieser Termin hat den Vorteil, dass er nicht immer auf denselben Wochentag fällt. Dadurch verteilt sich die Aktivität im Jahresverlauf und bietet unterschiedlichen Teilnehmern die Möglichkeit, sich einzubringen.

Auch wenn ein dauerhafter Betrieb der Knoten wünschenswert ist, soll am Meshday besonders bewusst getestet, beobachtet und kommuniziert werden. Wer an seiner Hardware arbeitet, neue Antennenstandorte ausprobiert oder die nächste Ausbaustufe des eigenen Knotens vorbereitet, hat damit einen festen Zieltag.

So lässt sich besser erkennen, welche Stationen erreichbar sind, wo Lücken bestehen und wie sich das Netz in der Region entwickelt.

Mitmachen und ausprobieren

Der Meshday soll Motivation bündeln, Technik sichtbar machen und den gemeinsamen Aufbau regionaler Mesh-Netzwerke voranbringen.

Gleichzeitig möchten wir möglichst viele Funkamateure und technisch Interessierte für diese Projekte begeistern. Wer bereits Hardware besitzt, kann sie möglichst dauerhaft betreiben und am Meshday besonders aktiv testen. Wer neu einsteigen möchte, findet einen guten Anlass, sich mit den verschiedenen Systemen zu beschäftigen und erste eigene Erfahrungen zu sammeln.

Wir hoffen, dass dieser Gedanke viel Zustimmung in der Community findet und wünschen viel Erfolg und Freude beim Vernetzen!

Euer Ortsverband Ratzeburg E(39)

P.S: Informationen, hilfreiche Links und Gedanken dürfen gern über die Kommentarfunktion geteilt werden!

2 Kommentare

  1. Kurt Baumann
    Kurt Baumann

    Hallo,
    ich begrüße diese Idee und werde auch auf der Projektseite den MeshDay posten.

    Info: eine Gruppe aus OE ist auch bereits dabei die Netze technisch mit Brücken zu verknüpfen. Das Hauptthema dabei ist dass aus dem 868er auch nicht Funkamateure in das 433er Netz eingespielt werden. Da wird gerade noch getüftelt wie man das filtern könnte.

    73 de Kurt
    OE1KBC
    oe1kbc@icssw.org

    • DO8LHK
      DO8LHK

      Moin Kurt,
      vielen Dank für Deinen Kommentar – freut uns sehr, Dich hier zu lesen und dass die Idee Deine Zustimmung findet.
      Wir sind sehr gespannt auf die Weiterentwicklung des Projektes!
      Liebe Grüße aus dem Ortsverband Ratzeburg (E39) des DARC.
      Beste 73, Kilian

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