Vom 10. bis 14. April 2026 ist es wieder soweit: Die Amateurfunkstation an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) sendet im Rahmen der ARISS SSTV Series 31 erneut Bilder zur Erde.

Das fünftägige Event steht ganz im Zeichen bedeutender Meilensteine der Raumfahrt und bietet Funkamateuren weltweit die Möglichkeit, aktuelle SSTV-Bilder direkt von der ISS zu empfangen. Die Aussendungen erfolgen - anders als von der ISS gewohnt - im Robot-36-Modus mit einer Bilddauer von rund 36 Sekunden (sonst PD120 mit 120 Sekunden Dauer).
Zwischen den einzelnen Übertragungen ist mit etwa zwei Minuten Pause zu rechnen.
Das Wichtigste in Kürze:
Datum: 10.-14. April 2026
Startzeit: 12:00 UTC / 14:00 MESZ
Endzeit: 13:55 UTC / 15:55 MESZ
Frequenz: 437.550 MHz (± Doppler)
10 W Sendeleistung
Modus FM / Robot36
2 Minuten Pause zwischen den Aussendungen
Die Bilder der Series 31 (zuletzt insgesamt 12 unterschiedliche) greifen mehrere historische Ereignisse der Raumfahrt auf:
- Cosmonautics Day (12. April) – Jahrestag von Juri Gagarins erstem Raumflug
- 100 Jahre Flüssigtreibstoff-Raketen
- Erster Space-Shuttle-Flug
- 20 Jahre SuitSat / Radioskaf - Funkamateuren besser bekannt als AMSAT OSCAR 54
Damit setzt ARISS die Tradition fort, SSTV-Events mit spannenden historischen Themen zu verbinden.
Sichtbarkeit
Leider ergeben sich diesmal keine sichtbaren Überflüge - daher wurde in der Tabelle auf die Angabe der Magnitude verzichtet.
Besonderheit: Betrieb auf 70 cm
Aktuell scheint das 2-Meter-Modul der ISS weiterhin nicht verfügbar zu sein. Daher erfolgt die Aussendung der SSTV-Serie diesmal vollständig im 70 cm-Band.
Dies bringt einige Besonderheiten mit sich:
- Der Dopplereffekt ist auf 70 cm deutlich stärker ausgeprägt und muss beim Empfang aktiv berücksichtigt werden
- Gleichzeitig bietet die ISS mit rund 10 Watt Sendeleistung ein vergleichsweise starkes Signal
- und der Mode Robot36 ist deutlich kürzer als der sonst verwendete Modus PD120 - eine Erleichterung hinsichtlich des Dopplereffektes

Auf 70cm spielt der Dopplereffekt eine Rolle, den ihr – je nachdem, ob sich der Satellit auf euch zu bewegt oder sich von Euch entfernt - berücksichtigen müsst.
Schritte von 1kHz sind optimal, es klappt aber auch mit 5kHz - das bieten die meisten (Hand-)Funkgeräte an.
AOS = Acquisition of Signal (Satellitenaufgang)
TCA = Time of Closest Approach (höchster Punkt, geringster Doppler)
LOS = Loss of Signal (Satellitenuntergang)
Die Aussendungen der ISS sind ein interessantes Event, sowohl für Funkamateure wie auch nicht lizensierte, denn der Empfang ist für jedermann möglich. Mehr dazu am Ende des Artikels und in dieser Übersicht.
Um das anschließende Hochladen des Empfangsrapportes (des Bildes) wird seitens der ARISS ausdrücklich gebeten. Honoriert wird der Rapport mit einem Zertifikat / Diplom und der Nennung auf einer Dankes-Seite der ARISS
Um das Zertifikat zu erhalten, müssen die Bilder (mindestens eines) nicht in bester Qualität, aber lesbar auf der Homepage zum Award hochgeladen und die "Application Form" ausgefüllt werden. Einsendeschluss ist 72 Stunden nach dem Ende des Events.
Seite zum Hochladen der Bilder:
ARISS SSTV Gallery
Tipp: Zum Archivieren der empfangenen Bilder könnt Ihr den SSTV Mosaic Generator der ARISS (EA) ausprobieren. Danke für den Tipp an Uwe, DL2LUS!
Natürlich freuen wir uns auch, wenn Ihr uns an Euren Erfolgen teilhaben lasst, indem Ihr Eure empfangenen Bilder unter diesem Artikel in den Kommentaren hochladet; gerne aber nicht notwendigerweise mit einem Hinweis zum verwendeten Equipment und Locator. Wenn die Bilder bereits da sind: Egal, gerne doppelt und dreifach!
Anbei der Livetrack der ISS und eine Tabelle mit den Überfugzeiten im Zeitraum des Events. Danach noch ein paar Tipps und Hinweise zum Empfang.
Grundsätzlich zur folgenden Tabelle:
Alle Zeiten Ortszeit/MESZ (UTC+2)
Die Tabelle wird rechtzeitig zum Event vervollständigt
Je länger die Zeit zwischen Auf- und Untergang,
- desto höher die Elevation
- desto dichter der Überflug
- desto besser die Empfangsmöglichkeit
Nicht jeder Überflug führt zu einem guten Empfang. Ist die Elevation sehr gering, ist kein gutes Ergebnis zu erwarten, weil die ISS nur wenig über den Horizont aufsteigt. Hier hilft Ausprobieren. Natürlich ist auch ein guter Empfangsstandort mit freier Sicht zum Horizont hilfreich.
Die Tabelle zeigt alle Überflüge bis zum Ende des Events für unseren Locator JO53, bzw. Norddeutschland.
Quelle: AMSAT

Die farbliche Markierung zeigt eine günstige bzw. ausreichende Elevation mit dem Ampelsystem an: ab 20° gelb, ab 30° grün. Unter 20° rot.
Die prognostizierten Überflugszeiten können sich über den Zeitraum von ein paar Tagen leicht ändern. Es geht hier nicht um großen Versatz, sondern um 1-2 Minuten (i.d.R. nach hinten). Das sei der Vollständigkeit halber erwähnt, falls Ihr nicht sofort ein Signal hört.
Hier noch Tipps und Hinweise, der Einfachheit halber aus einem früheren Artikel:
Für den Empfang der Bilder ist keine Lizenz notwendig. Man benötigt lediglich eine Möglichkeit, die Frequenz 437.550 MHz (FM) zu empfangen und das SSTV-Signal zu decodieren. Das ist zum Beispiel mit einem Smartphone und kostenlosen Apps möglich. Oder mit einem PC und ebenfalls kostenlosen Programmen wie MMSSTV.
Format: Robot36
Wie das genau geht und welche verschiedenen Möglichkeiten zum Empfang es gibt, welche Frequenzen sonst noch genutzt werden und vieles mehr erfahrt Ihr in unserer Anleitung zum SSTV-Empfang.
Auch beim DARC gibt es gute Informationen von Heinz, DL3YDP.
Am besten geht es sicher im Shack und an der heimischen Station. Aber ein günstiges Handfunkgerät und ein Smartphone mit der “robot36”-App oder einem anderen SSTV-decoder reichen aus. Oder auch ein günstiger SDR-Stick. Sowohl ein Handfunkgerät wie auch der Stick sollten schon für 30-50 EUR zu bekommen sein. Schaut gerne auch in die Artikel zu Quansheng UVK-5 mit F4HWN-Mod.
Auch für die Überflugzeiten gibt es Apps, wie W1ANT, ISS live now oder ISS Detektor.
Oder Ihr nutzt einfach diese Seite. Speichert Euch einfach ein Lesezeichen auf Eurem Smartphone oder PC. Die Tabelle halten wir ständig aktuell.
Falls Ihr selbst im Internet sucht: Lasst Euch nicht verwirren, wenn Ihr keine sichtbaren Überflüge findet: Oft sind hier die visuell beobachtbaren Überflüge gemeint, also in der Nacht. Für uns ist das natürlich egal - aber die meisten Menschen wollen eben die ISS sehen, nicht hören.
Wir empfehlen deshalb die Seite der AMSAT.
Der Überflug muss für den Empfang nicht direkt erfolgen, auch Spanien oder Norwegen sind auf Grund der großen Höhe noch empfangbar. Aber je dichter je besser…
Weitere Artikel zu den Themen oder vergangene Aussendungen findet Ihr in der Suchfunktion und der Schlagwortwolke ganz am Ende der Seite. Zum Beispiel unter ARISS, ISS, SSTV oder Amsat.
Ihr interessiert Euch grundsätzlich für den Amateurfunk? Sprecht uns gerne an oder seht Euch schonmal bei den Imagefilmen um...
Viel Erfolg beim Empfang der Bilder!
Euer Ortsverband Ratzerburg (E39)
Der Vollständigkeit halber hier noch das jpg mit der ursprünglichen Ankündigung:

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