Nach der Finsternis kommen die Sternschnuppen - selten dürfte diese Binsenweisheit so zutreffend sein, wie in dieser Woche:

Am Mittwoch, dem 12. August 2026, lohnt sich gleich zweimal der Blick zum Himmel. Am frühen Abend schiebt sich der Mond vor die Sonne und sorgt auch bei uns in Norddeutschland für eine ausgeprägte partielle Sonnenfinsternis. Wenige Stunden später erreichen die Perseiden, einer der bekanntesten Sternschnuppenströme des Jahres, ihren Höhepunkt.

Hoffen wir also, dass das Wetter mitspielt und uns einen möglichst wolkenlosen Abend und eine klare Nacht beschert. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schaut es nach brauchbarem Wetter aus.
Zudem ist Neumond, somit sind die Beobachtungsbedingungen in Bezug auf ausreichende Dunkelheit gut.

Auch wenn Astronomie nicht unmittelbar zum Amateurfunk gehört, dürfte das bei vielen Funkamateuren auf Interesse stoßen. Naturphänomene, Physik und Technik liegen schließlich oft nah beieinander.

Eine schmale Sonnensichel am Abendhimmel

Jasongillman eclipse

Global betrachtet handelt es sich am 12. August um eine totale Sonnenfinsternis. Der Kernschatten des Mondes zieht unter anderem über Grönland, Island und den Norden Spaniens. In Deutschland erleben wir sie als partielle Sonnenfinsternis.

Foto: Jason Gilman

Im Raum Lübeck und im südöstlichen Schleswig-Holstein beginnt die Finsternis gegen 19.13 Uhr. Die größte Phase wird ungefähr um 20.07 Uhr erreicht. Dann sind rund 85 Prozent des scheinbaren Sonnendurchmessers vom Mond bedeckt und nur noch eine schmale Sonnensichel bleibt sichtbar.

Da die Sonne zu dieser Zeit bereits tief steht, ist ein Beobachtungsplatz mit möglichst freier Sicht nach Westen besonders wichtig.

Nur mit geeignetem Sonnenschutz

Ein direkter Blick in die Sonne kann die Augen dauerhaft schädigen – auch während einer partiellen Sonnenfinsternis. Für die Beobachtung ist deshalb eine geprüfte Sonnenfinsternisbrille erforderlich. Alternativ könnt Ihr auch die Projektionsmethode verwenden.

Hinweise dazu (auch zur Projektionsmethode) gibt es auf der Seite des Bundesamtes für Strahlenschutz.

Normale Sonnenbrillen oder improvisierte Filter sind ungeeignet. Ferngläser, Teleskope und Kameraobjektive dürfen nur mit dafür vorgesehenen Sonnenfiltern verwendet werden, die vor dem Objektiv angebracht sind.

Auch für Funkamateure ohne astronomisches Interesse kann die Finsternis interessant sein: Durch die vorübergehend verringerte Sonneneinstrahlung verändert sich die Ionisation der oberen Atmosphäre. Dadurch können sich auch die Ausbreitungsbedingungen auf Kurzwelle zeitweise verändern.

Später kommen die Perseiden

Nach Sonnenuntergang geht das Himmelsprogramm weiter. In der Nacht vom 12. auf den 13. August erreichen die Perseiden ihr Maximum.

Sie entstehen, wenn die Erde die Staubspur des Kometen 109P/Swift-Tuttle durchquert.

Felix mittermeier shooting stars

Winzige Teilchen dringen mit hoher Geschwindigkeit in die Atmosphäre ein und erzeugen dabei die Leuchterscheinungen, die wir als Sternschnuppen sehen. (Foto: Felix Mittermeier)

Der Name „Perseiden“ stammt vom Sternbild Perseus, aus dessen Richtung die Meteore scheinbar kommen. Zu sehen sind die Sternschnuppen jedoch am gesamten Himmel.

Und auch hier gibt es einen kleinen Amateurfunkbezug: Die eintretenden Meteore hinterlassen für kurze Zeit ionisierte Spuren in der Atmosphäre, an denen Funksignale reflektiert werden können. Dieses Verfahren nennt sich Meteorscatter und ermöglicht vor allem auf den UKW-Bändern kurzzeitig Verbindungen über ungewöhnlich große Entfernungen.

Gute Bedingungen in diesem Jahr

Das Maximum der Perseiden wird in den frühen Morgenstunden des 13. August erwartet. Da die Sonnenfinsternis bei Neumond stattfindet, gibt es in dieser Nacht kaum störendes Mondlicht – gute Voraussetzungen also für die Beobachtung.

Besondere Ausrüstung ist nicht erforderlich. Am besten eignet sich ein dunkler Platz mit möglichst freier Sicht. Nach etwa 20 bis 30 Minuten haben sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt. Helle Displays sollte man dann möglichst vermeiden.

Die oft genannten bis zu 100 Meteore pro Stunde gelten nur unter idealen Bedingungen. In der Praxis werden meist weniger sichtbar sein – einzelne besonders helle Sternschnuppen können dennoch beeindruckend sein.

Ein besonderer Augustabend

Am 12. August treffen damit zwei sehr unterschiedliche astronomische Ereignisse unmittelbar aufeinander: Am frühen Abend verdeckt der Mond einen großen Teil der Sonne, wenige Stunden später kreuzt die Erde die Staubspur eines Kometen.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Wetter mitspielt und der Himmel über dem Herzogtum Lauenburg - bzw. an Eurem Standort - den Blick auf Sonnensichel und Sternschnuppen freigibt.

Viel Erfolg und ein beeindruckendes Naturschauspiel wünscht Euch
Euer Ortsverband Ratzeburg (E39)