Der Klassiker EchoLink

SprachkommunikationAfu

Seit 2002 bietet EchoLink die Möglichkeit ohne spezielle Funkhardware per Sprachkommunikation am Amateurfunk teilzunehmen: Ein Windows oder Linux PC, Mac oder Smartphone mit Internetzugang reichen aus.

Ein OS-spezifischer Client bietet komfortable Zusatzfunktionen, aber notfalls reicht auch ein einfacher Web-Browser.

Den Clients sieht man ihr Alter zwar häufig an, aber wenn sie schon seit Jahren funktional sind, dann auf den Verwendungsweck konzentrieren und Kommunikation betreiben, anstatt optische Änderungen vorzunehmen: "Never change a running system". EchoLink funktioniert und das ist die Hauptsache.

In 2026 kamen mit dem Allrounder QSO One und Echo zwei neue Clients hinzu.

NameSystemQuelleHinweis
EchoLink🤖🍏
🪟🍎🐧
HP/PS
Echo🤖PS
QSO One🤖8
🪟
HPDMR/Fusion/M17
Webclient🤖🍏
🪟🍎🐧
Web

Zur Nutzung von EchoLink sollte man vorab die Software installieren und dann den Valididierungsprozess für sein Rufzeichen durchführen.

Der Newcomer FM-Funknetz

Mit dem - durch die gute Sprachqualität durchaus verdienten - Hype um das FM-Funknetz, wandelten sich die Zugangsmöglichkeiten von klassischen svxlink-Relaiskopplungen, Hotspot-Lösungen (Shari, DJ-Spot, RF-Guru, Elenata Spot,...) und (heute inaktiven) Speziallösungen (Zello, FRN, Teamspeak) zu funktionalen und von der Modulation hochwertigen Desktop-Clients und mobilen Apps für Android und iOS.

Mit Latry kam frühzeitig die erste App für Android und iOS auf dem Markt, suksessive kamen weitere wie HamLink, QSOLink und ab Sommer 2026 auch die JayTrX-App vom FM-Funknetzgründer Jens DJ1JAY hinzu. Neben Smartphone-Apps entstanden Versionen für Windows, Linux und Mac.

Die Nutzer waren häufig sehr eng als Ideengeber und Betatester eingebunden.

Ganz neu im Trend sind für PoC-Geräte ("PTT over Cellular") optimierte Anwendungen, die durch deren Hardware-PTT Taste auch dem klassischen Mic-nutzenden Funker ein haptisches Gefühlserlebnis bieten.

Diese PoC-Geräte sind einerseits auf Sprachqualität, Haptik, Akkulaufzeit und Robustheit optimiert, basieren andererseits aber auf älteren oder stark eingeschränkten Android-Versionen und meist älterer Hardware. Zudem sind sie häufig teurer als vergleichbare bzw. technisch bessere Smartphones für den Massenmarkt.

Die Entwicklung ist sehr dynamisch und gerade in der Beta-Phase kann es schon vorkommen, dass mehrere Versionen an einem Tag verteilt werden, so dass eine Liste mit Versionsnummern schon sehr schnell veraltet wäre.

Als Ausgangspunkt für eine Recherche hier eine Übersicht ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Aktualität:

NameSystemQuelleHinweis
Latry🤖9🍏PS/AS
QSOLink🤖9🍏
🪟🍎🐧
HPBasis/Light
tw. APRS
HamLink🤖6🍏
🪟🍎
HP/PSiOS mit Tricks
JaYTrX-App🤖9HPAPRS
JaYTrX-Link
🪟🍎
TelegramSuffix -TRX
ReflectorLink🤖8🍏HP
VoxLink🤖PSAPRS

Wer sich bislang noch nicht mit dem FM-Funknetz beschäftigt hat, muss zuerst einen Account im Ticket-System eröffnen.

Auch wenn man schon einen Zugang via Hotpot, d.h. (Suffix -HS, -BS, ES) hat, so muss man eine gesonderte Kennung (Rufzeichen + Suffix) zur Nutzung der Softwarelösungen über das Ticket-System beantragen. Üblicherweise erhält man als Suffix -APP oder -IOS bzw. -P50 (für Hytera-PoC). Für die Nutzung von JaYTrX-Link muss man das Suffix-TRX explizit beantragen bzw. nutzen.

Die Kennungen, d.h. Rufzeichen+Suffix, müssen vor der Nutzung über das Ticket-System freigeschaltet sein, d.h. der Zugang funktioniert NICHT, wenn man zwar für den Hotspot die Kennung XXXXX-HS hat und in der Software dann lediglich das -HS durch -APP ersetzt. Was durchaus funktioniert, wäre die XXXXX-HS Kennung zum Testen der App nutzen.

Es ist aber nicht möglich mit einer Kennung gleichzeitig auf mehreren Systemen qrv zu sein!

DMR / D-STAR / Fusion / Tetra

Peanut und BlueDV von PA7LIM sind schon länger verfügbar und bieten eine gute Modulation, haben aber nicht alle Räume zur Auswahl bzw. benötigen einen Hardware-AMBE als USB-Stick bzw. im Netzwerk.

DroidStar bietet dagegen zusätzlich M17, P25 und NXDN sowie einen sehr umfangreichen Zugriff auf Reflektoren, hat aber - zumindest mit Software-Decodern - eine sehr schlechte Modulation und eignet sich als reine Softwarelösung lediglich zum Zuhören.

Mit Z3DMR und VoxDMR erschienen in den letzten Wochen neue Apps, eine gute Sprachmodulation bei DMR bieten.

QSO One mausert sich zur "eierlegenden Wollmichsau" bzw. dem Schweizer Taschenmesser für digitale Betriebsarten: Die All-in-One-Lösung für AllStarLink, EchoLink, IAX Direct, DMR (BrandMeister/TGIF), System Fusion und M17 mit guter Modulation und macht auf einem 10-Zoll-Tablet so richtig Laune.

NameSystemQuelleHinweis
Peanut🤖9🍏
🪟🍎🐧
PS/HPDMR/Fusion/D-STAR
BlueDV🤖🍏
🪟
PS/HPDMR/Fusion/D-STAR (AMBE)
VoxDMR🤖
🪟🐧
PS/GHDMR
Z3DMR🤖PSDMR
QSO One 🤖8
🪟
HPDMR/Fusion/M17/EchoLink
DroidStar 🤖🍏
🪟🍎🐧
PS/AP/GH/
GH/Vocoder
DMR/Fusion/D-STAR/
M17/P25/NXDN
QSOLink 🤖HP DMR (AMBE)
TetraLink🤖5HPkostenfrei für Amateurfunk

Zur Nutzung der Apps benötigt man einerseits die Zugangsdaten der jeweiligen Systeme z.B. die DMR-ID via RadioID und das Hotspot-Security Passwort von Brandmeister.

Ergänzend muss für Peanut ein Code via Peanut-Registrierung beantragt werden. QSO One benötigt ebenfalls eine eigene Registrierung auf der Homepage.


Legende:
🤖- Android (Mindestversion),🍏- iOS,🪟-Windows,🍎-MacOS,🐧-Linux
HP=Homepage, PS=Playstore, AS=AppleStore, GH=Github
AMBE: Hardware (z.B. DVStick30) per USB oder im Netzwerk erforderlich

Stand: 06.08.2026