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Auf Vorschlag von Klaus, DL2HAD, wurde im Ortsverband E39 über mehrere Themenabende im Herbst hinweg eine Duoband-Leichtbau-Yagi nach DK7ZB gebaut. Diese Antenne deckt das 2 m- und das 70 cm-Band mit nur einem Speisepunkt ab. Damit kann sie direkt an Funkgeräte mit einem kombinierten Antenneneingang angeschlossen werden – ein zusätzlicher Diplexer ist nicht erforderlich.
Durch die kompakte und leichte Bauweise sowie die universelle Einsetzbarkeit eignet sich die Antenne besonders für den portablen Betrieb - auch weil sie sich schnell und einfach zerlegen lässt. Sie ist eine hervorragende Antenne für POTA oder SOTA. Dank der Duoband-Eigenschaften ist sie zudem gut für den Satellitenbetrieb geeignet. Für längeren Betrieb empfiehlt sich dann allerdings ein Stativ oder stramme Armmuskulatur ;-)
Der Preis für das benötigte Material blieb mit etwa 30 Euro (2025) sehr günstig. Im Baumarkt findet Ihr alles, was Ihr benötigt. Der Versandhandel bietet oft nur größere Mengen, aber günstige Preise.
Der Aufwand für den Bau hält sich absolut im Rahmen.
Der Verfasser hat die Antenne kurz im UKW05 Contest ausprobiert - mehr dazu später. Vorweg: Das erzielte Ergebnis war hervorragend!
Technische Daten
Die Antenne hat 4 Elemente für das 2 m-Band und 5 Elemente für das 70 cm-Band



Was wird benötigt:
- Elektroinstallationsrohr (PVC)
- Aluminiumstäbe (4mm)*
- Installationsschellen passend zum Rohr
- Gehäuse (Abzweigdose)
- BNC-Buchse (oder ggf. N-Buchse)
- Koaxialkabel
- Lüsterklemmen passend zum Querschnitt der Alustäbe
- Werkzeuge: Zange, Seitenschneider, Säge, Heißkleber, Feile, Lötkolben, (Stand-)Bohrmaschine etc.
*die originale Bauanleitung sieht nur für den Strahler 4mm vor, sonst 3,2mm. Wir haben alles in 4mm gebaut und gute Erfahrungen gemacht.
Elementlängen und Positionen
Die Antenne wird auf einem 20 mm PVC-Boom (Länge ca. 1,10 m) aufgebaut.
Als Elemente dienen Aluminiumstäbe mit Ø 4 mm.

Bauanleitung
- Vorbereitung des Booms und der Elemente
Der Träger besteht aus PVC-Rohr (20 mm).

Zum Beispiel Elektroinstallationsrohr. Gesamtlänge etwa 1100 mm. Bedenkt, dass Ihr ggf. etwas länger baut - z.B. um ein Griffstück zu haben. Wie auch bei den Stäben gilt: Nachträglich kürzen ist leichter als nachträglich verlängern.
Das Installationsrohr ist steckbar - wer das Packmaß der Antenne reduzieren möchte, kann die Rohre auch so zuschneiden, dass der Boom teilbar bleibt. Dabei ist darauf zu achten, dass sich keine Elemente im Bereich der Steckverbindung befinden, da die Clips (Installationsschellen) auf der Steckverbindung (Dicker!) nicht mehr aufgesteckt werden können.
Das Rohr lässt sich leicht zuschneiden und entgraten.

Die Elemente werden mit den Installationsschellen auf den Boom geclipt. Die Clips müssen durchbohrt werden, damit die Elemente durchgesteckt werden können. Es sollte aber unbedingt auf strammen Sitz geachtet werden, damit später nichts verrutscht.




Zur Stabilisierung können die Schellen mit Sekundenkleber gesichert werden. Wir haben stattdessen weiteres PE-Rohr so zugeschnitten/ausgefräst, dass wir Halterungen für die jeweiligen Elemente an der jeweils richtigen Position haben.



Das zusätzliche Rohrstück lässt sich dann einfach über den Boom clippen und kann an der richtigen Stelle mit Sekundenkleber fixiert werden.
So weiß man beim Aufbau sofort, wo die Elemente zu positionieren sind und verhindert das Verdrehen der Elemente.



Mit einer farblichen Markierung an Element und Boom muss man beim Aufbau gar nicht mehr nachdenken.
- Montage des Strahlers
Der kombinierte Strahler für 2 m und 70 cm wird mittig am Boom befestigt. Er bildet den Einspeisepunkt für beide Bänder.

Wir haben eine Lösung mit Lüsterklemmen gefunden. Das hat auch den Vorteil, dass der Strahler durch Verschieben in den Klemmen noch verlängert oder gekürzt werden kann. So kann man die Antenne noch etwas abstimmen.
Dazu werden die Lüsterklemmen im Inneren der Abzweigdose verklebt und an geeigneter Stelle Löcher für den Strahler gebohrt.
- Balun und Speisepunkt
Im wetterfesten Kunststoffgehäuse (Abzweigdose) wird der Speisepunkt aufgebaut.

Das 50 Ω-Koaxkabel wird als λ/2-Transformationsleitung in 5 Windungen aufgewickelt und sorgt für Anpassung und Mantelwellensperre. Auch dafür kommt ein kurzes Stück Elektroinstallationsrohr zum Einsatz.
Einfach an den entsprechenden Stellen eine Durchführung für das Kabel bohren, straff wickeln und zuschneiden.
Der Innenleiter des Koaxkabels wird mit einer Strahlerhälfte, der Schirm mit der anderen verbunden.
Der Anschluss nach außen erfolgt über eine BNC- oder N-Buchse.



- Endmontage
An der Abzweigdose werden auf der Unterseite ebenfalls Rohrschellen verklebt - diese müssen ggf. etwas gekürzt werden, damit der Strahler in etwa auf Höhe der Elemente sitzt. Alle Elemente werden exakt ausgerichtet und befestigt.
Die Abzweigdose wird dicht verschlossen und mit dem Boom verbunden / aufgesteckt. Anschließend kann die Antenne direkt über ein Koaxkabel mit dem Transceiver verbunden werden.
Im praktischen Einsatz zeigt die Antenne:
- Hohe Richtwirkung und spürbarer Gewinn sowohl auf 2 m als auch auf 70 cm.
- Kompakte Abmessungen, die sich besonders für portablen Betrieb eignen.
- Universelle Einsetzbarkeit – von Relaisverbindungen über Satelliten-QSOs bis hin zum Contestbetrieb.
Hier ein Überblick über einen kurzen Einsatz der Antenne beim vergangenen UKW-Contest. Guter Standort, normale Bedingungen, 40 W Sendeleistung:
Fazit
Mit überschaubarem Materialaufwand und zu geringen Kosten lässt sich eine leistungsstarke Duoband-Yagi nach DK7ZB bauen. Leicht und schnell einsatzbereit - eine echte Bereicherung für den POTA- bzw. Portabelbetrieb!
Der Bau im OV E39 hat gezeigt: Gemeinsam geht es schneller – und macht mehr Spaß.
Wir danken allen Mitwirkenden für die tatkräftige Unterstützung beim Antennenbau!
Euer Ortsverband Ratzeburg (E39) im DARC e.V.
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